To’ak – Schokoladenverkostung

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Die wohl teuerste Schokolade der Welt


Wer mich (Toni) kennt weiß, dass ich nicht nur Schokolade liebe, ich bestehe als Dessert auch (fast) immer auf etwas mit Schokolade – sonst wird das Dessert auch gerne mal ausgelassen. Klar, dass ich begeistert war, als Johannes Lingenhel mich letzte Woche zu einer Schokoladenverkostung eingeladen hat! Es geht um die (wohl) teuerste Schokolade der Welt namens To’ak!

Einer der Gründe von To’ak ist Carl. Carl ist Österreicher und lebt schon länger in Ecuador, von wo die wunderbare Schokolade auch stammt. Die Idee dahinter ist so naheliegend wie untypisch: Was beim Wein schon lange „Gang und Gebe“ ist möchten die Gründer auch bei dem Produkt Schokolade etablieren. To’ak möchte weg von dem Status „Süßigkeit“, den Schokolade über Jahrzente erhalten hat. Fokus auf die Herkunft, das Terroir und die bis zu 750 Aromastoffe, die Kakao beinhalten kann. Deswegen wurde auch der Name bedacht gewählt, denn „To’ak“ bedeutet soviel wie „Erde und Baum“. Natürlich sind nicht in jedem Kakao 750 Aromastoffe, nur ein kleiner Prozentsatz (5%) weltweit gilt überhaupt als „aromatisch“, der größte Anteil davon stammt aus Ecuador. Diese kleine „Ursorte“ Kakao, die laut aktuellen Funden auch ihren Ursprung in Ecuador hat, heisst „Nacional“. Und genau mit dieser Sorte, die durch Naturplagen und der Industrialisierung vom aussterben bedroht ist, verwendet To’ak.
Und dabei hat Mitgründer Jerry Toth diese seltene Urpflanze eigentlich nur durch Zufall (er hat ein Naturschutzgebiet im Tal Piedra de Plata in Ecuador errichtet) entdeckt. Und diese schätzungsweise über 100 Jahre alten Kakaobäume waren auch Ausschlaggebend für Jerry und Carl gemeinsam mit einem ecuadorianischen Kakaofarmer die Marke To’ak zu gründen.

Nebst absoluter Qualitätskontrolle (die Gründer leben beide vor Ort in Ecuador) wird sehr auf die Bio-Zertifizierung und das Fair Trade Siegel geachtet. Auch die (zur Zeit) 13 Bauern, die die Grundzutat mitten im „Urwald“ anbauen, werden an jeder verkauften Tafel beteiligt. Die Grundidee, dass man der Schokolade so gut wie keine anderen Zutaten zusätzt funktioniert nur, wenn man Zartbitterschokolade mit mindestens 75% macht, sonst würde man Kakaobutter benötigen. Die Nacional-Kakaobohnen werden fermentiert, getrocknet und geröstet, anschließend geschält und gemahlen. Einziger Zusatz ist Rohrzucker, der vor dem Conchieren dazugegeben wird.

   Beim Conchieren wird Schokolade über längere Zeit und bei ständigem Rühren erwärmt, um ihre Konsistenz und den Geschmack zu verbessern.

Was eine absolute Neuerung bei der Schokoladenherstellung ist, ist die bewusste Lagerzeit von To’ak. Denn man kann nicht nur die aktuelle Jahrgangsschokolade kaufen, ein Teil des jeweiligen Jahres wird in Münzform gepresst und in unterschiedlichen Holzfässern bis zu 3 Jahre gelagert, bevor die kleinen Tafeln daraus entstehen. So experimentiert man im Moment mit der Lagerung in Whisky- und Cognacfässern. Vor allem beim Whiskyfass war ich sehr überrascht, was eine 2-jähirge Lagerung geschmacklich ausmacht. Allerdings möchte ich auch anmerken, dass ich persönlich dies wiederum schade fand, denn durch den sehr intensiven Whisky-Geschmack durch die Lagerung gingen meiner Meinung nach eben die anfangs erwähnte Aromavielfalt etwas verloren, da das Whiskyaroma sehr vordergründig stehen blieb. Die zur Zeit älteste (da erste) Edition ist Rain Harvest von 2014, jüngste Edition nennt sich „El Niño“ (noch nicht im Handel erhältlich), welche 2016 entstand in einem Jahr in welchem es besondes viele Erdbeben und Regengüsse gab. Denn auch die Naturgegebenheiten beeinflussen wie auch beim Wein den Geschmack der Schokolade.
Und auch deine Hände könnten den Geschmack beeinflussen, weswegen es bei jeder Tafel eine kleine Bambuspinzette dazu gibt. Nur mit dieser sollte die Schokolade verkostet werden, um wirklich alle Geruchseinflüsse von Außen auszuschließen. Naja – macht an am Anfang aber hält man nicht durch.

Aber nicht nur die Schokolade selbst ist handverlesen, auch die Shops, in welchen man To’ak weltweit bekommt, werden gezielt ausgewählt. Weltweit gibt es nur 7 Läden, die die Schokolade verkaufen, in Europa bekommt man sie nur bei Harrods in London und eben ab sofort bei Johannes Lingenhel in Wien!
All das muss und wird sich natürlich auch im Preis wiederspiegeln und so kommen wir nun zur schlechten Nachricht: To’ak ist (meines Wissens) die teuerste Schokolade der Welt. Eine Tafel mit 50g liegt bei einem Preis von ca. 275 – 365€, je nach Jahrgang. Und ob ihr jetzt losgeht und euch eine Tafel leistet oder nicht, ich fand nicht nur die Verkostung irre spannend sondern mir hat auch eben dieser Artikel für euch sehr viel Frede gemacht!

Ich hoffe, dass auch ihr diesen Artikel als Mehrwert seht und an Alle, die in Wien wohnen: Schaut auf jeden Fall bei Johannes Lingenhel im 3. Bezirk vorbei – nebst dieser Schokolade hat er einen der schönsten Verkaufsräume Wiens mit einer grandiosen Auswahl an (vor allem) italienischen Produkten, Käse, Salami, Schinken und co.!

Die Teilnahme an der Verkostung erfolgte auf Einladung von Lingenhel und To’ak.

LINGENHEL
Landstrasser Hauptstrasse 74  |  1030 Wien
Tel 01 7101566
office@lingenhel.com

www.lingenhel.com

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