KENWOOD Fleischwolf

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Es ist was wirklich cooles passiert. Vor einiger Zeit wurden wir gefragt, was denn noch so in unserer Küche fehlen würde. Schwere Frage? Nicht für uns. Denn wir spielen schon seit Monaten mit dem Gedanken, Salsiccia, Lammbratwürste und Salamis selbst zu machen. Und was braucht man dazu? Genau – einen Fleischwolf.

Könnt ihr euch vorstellen, wie sehr wir uns gefreut haben, als Kenwood uns den super tollen high-tech, Red Dot Design Award-Gewinner Fleischwolf geschenkt hat? Und da wir wirklich, offen und ehrlich begeistert von dem Produkt sind, möchten wir euch heute dieses vorstellen und haben – tadaa! – gleich das erste Rezept für selbst gemachte Salami mit im Gepäck. Cool, oder?

Der Kenwood-Fleischwolf MG700

Wir haben seit gut eineinhalb Jahren bereits ein Stabmixer-Set von Kenwood, mit welchem wir sehr zufrieden sind. Ein starker Motor und ein reichhaltiges, gut durchdachtes Zubehör haben das Gerät zu einem festen Bestandteil in unserem Küchenalltag werden lassen. Daher (und den Stabmixer haben wir uns selbst gekauft)  waren wir sehr gespannt, was uns mit dem Kenwood-Fleischwolf MG700 denn erwartet.

Nun ja, offen gestanden waren wir im ersten Moment schon etwas schockiert ob der schieren Größe des Paketes, das uns da ins Haus gebracht wurde. Aber wenn man mal tiefer drüber nachdenkt: Ein Fleischwolf braucht zumindest eines, und das ist ein starker Motor. Und der braucht Platz. Also ist eine gewisse Größe nicht ganz verwunderlich.

Also steht dieses Gerät in seiner vollen Größe in unserer Küche und wartet nur darauf, Schwarten durchzudrehen.  Das Gehäuse selbst hat eine Aluminiumverkleidung, welche durch ihre gebürstete  und lackierte Oberfläche nicht nur edel und professionell aussieht, sondern auch unkompliziert zu reinigen ist. Zwar ist nicht zu erwarten, dass das Gehäuse selbst so viel Fleisch abbekommt, aber in einer etwas engeren Küche wie der unseren muss man das Gerät mit seinen „Wurstfingern“ dann doch das eine oder andere Mal herumdrehen, was natürlich Spuren hinterlässt. Das Zubehör ist reichhaltig und reicht von drei verschiedenen Sieben sowie einem Stößel zum Hinunterdrücken des Fleisches über eine Art großen Drehschlüssel zum Festschrauben sowie einer großen Schüssel zum Aufsetzen auf den Wolf bis zu zwei Wurstfüll- und einem Kebbe-Aufsatz. Kebbe-Aufsatz? Kebbe (oder Kibbeh) sind fein durchgedrehte Bällchen, die – zumeist gefüllt – und aus einem Getreide-Zwiebel-Hackfleisch Teig bestehende – entweder roh oder gebraten gegessen werden. Es gibt sie in der Türkei (Köfte) und beinahe im gesamten Nahen Osten, auch in Israel. Kannten wir auch noch nicht, werden wir sicher auch noch ausprobieren.

Alle Teile des Fleischwolfs, welche größerer Beanspruchung standhalten müssen, sowie das Herzstück, nämlich der Trichter und die Spindel, sind aus Stahl und machen einen wirklich soliden Eindruck. Wie wir später rausfanden, müssen die Wurstfüllaufsätze nicht so viel Druck aushalten, sodass es hier wohl eher wenig ausmacht, dass diese aus Kunststoff sind. Ob das auch bei häufigerer Beanspruchung so bleibt, können wir natürlich noch nicht sagen. Der Motor des Geräts hat zwei Geschwindigkeitsstufen und leistet maximal 2000 Watt. Mit 7,3kg ist das Gerät schwerer als so manche Küchenmaschine und den nötigen Platz zur Aufbewahrung sollte man schon übrig haben, denn – wie schon erwähnt – mit ca. 45 x 36 x 34 cm (Herstellerangaben) ist es auch nicht gerade klein.

Das Gerät ist – auch ohne Studium der Anleitung – sehr schnell und einfach zusammengesetzt, und da wir uns für unser erstes Produkt für Salsiccia entschieden haben,  setzten wir gleich das gröbste der drei Siebe ein. Kurzerhand das Fleisch sowie den Schinkenspeck in grobe Stücke geschnitten, und ab damit durch den Wolf. Hier reichte die erste Leistungsstufe vollkommen aus, um aus dem Schweinefleisch nebst Speck grobes Brät zu zaubern. Je nachdem, wie schnell man oben nachfüllt, halte ich die vom Hersteller angegebenen 3kg pro Minute durchaus für realistisch, aber solange man nicht in industriellen Mengen produzieren will, kann man sich durchaus auch etwas mehr Zeit lassen. Nun, da das Brät in der Schüssel liegt, haben wir Salz und Gewürze hinzugegeben (das genaue Rezept gibt’s übrigens unten) und alles gut vermischt. Beim Auseinandernehmen des Trichters fiel uns allerdings auf, dass immer noch relativ viel Fleisch – etwa 3—4 EL – darin hing. Ich denke mal, bedingt durch die Bauform des Trichters, wird man es nie schaffen, auch den letzten Rest des Fleisches zu zerkleinern. das trifft aber sicher auch auf andere Geräte zu und ist sicherlich kein gerätespezifisches Problem.

Nun wird der Fleischwolf kurzerhand umgebaut – Schraube auf, Sieb und Messer raus und Distanzscheibe (anstelle des Siebes) sowie Wurstfüllaufsatz hinein – Schraube wieder drauf. Danach beginnt allerdings der mühsame Teil. Der relativ dünnwandige Schafsdarm war, obwohl gründlich gewässert, etwas sperrig, sodass wir für das Aufstülpen auf den Wurstfüller quälend lange 15 Minuten gebraucht haben. Wer also schlau ist, macht das, bevor er den Wurstfüller anschraubt, denn so geht es etwas leichter. Das Befüllen der Würste ging dann nach anfänglicher Unsicherheit sehr einfach von der Hand. Es ist hierbei sehr wichtig, dass man oben das Brät möglichst gleichmäßig einfüllt sowie auch etwaige Unregelmäßigkeiten beim Befüllen kompensiert. Mit ein wenig Übung (bei uns brauchte das nur etwa 2—3 Würste) schafft man es aber sehr schnell, ansehnliche Ergebnisse zu bekommen. Auch hier blieb wieder relativ viel Brät hinter dem Befüller hängen, welches wir aber kurzerhand zur Verkostung unserer Wurstkreation als Fleischlaibchen in die Pfanne hauten.

Die Reinigung ist ein sehr wichtiger Schritt nach der Wurstproduktion, denn man möchte ja nicht, dass spätere Produktionsmargen durch altes Fleisch verunreinigt werden. Hierfür empfiehlt sich in jedem Fall eine Spülbürste, da man nur damit den Trichter innen richtig gründlich reinigen kann. Auch die Wurstfüller sind etwas schwierig zu reinigen, aber mit einer Flaschenbürste geht auch das leicht. Alle anderen Teile sind aber eher unproblematisch mit einem normalen Spülschwamm zu putzen. Zwar wären die Teile sicher auch spülmaschinenfest, aber da wir es gründlich machen wollten, haben wir uns dazu entschieden, von Hand zu spülen.

Alles in Allem sind wir – wie eingangs schon erwähnt – von diesem Gerät wirklich sehr begeistert. Zwar haben wir noch nicht mit professionellen Fleischwölfen gearbeitet, jedoch können wir uns auch gut vorstellen, dass mit diesem Gerät nicht nur private, sondern auch kleine Restaurantküchen, welche ihre Würste und ihr Hackfleisch selbst machen wollen, gut auskommen. Die Verarbeitung des Geräts ist erstklassig und die Leistung des Motors stattlich. Wie gut die Plastikteile häufigerer Beanspruchung standhalten, wird sich zeigen, denn wir werden den Fleischwolf ab jetzt sicher häufiger verwenden.

Homemade Salami by Toni&Bene


Zutaten für 10 Stück

3 m Darm (Durchmesser 40mm+)
50 ml Rotwein
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 TL Wacholderbeeren
1 TL Fenchelsamen
1 Msp. Cayennepfeffer
1 EL Staubzucker
4 EL Pfefferkörner, schwarz
30 g Nitrit-Pökelsalz
1 kg Schweinefleisch
500 g Schweinebauch


Dass man eine eigene Salami nicht einfach mal so zwischendurch macht, ist klar. Dass es extrem auf gute Fleischqualität und viel Geduld ankommt, müsst ihr euch generell merken. Toni war nämlich extrem ungeduldig – hat es aber dann doch geschafft.

SCHRITT 1: DER DARM
Ein wenig Vorbereitung gehört dazu. Am Vorabend spült ihr den Darm, den ihr bei jedem Fleischer bekommen solltet, einmal gut durch und legt ihn dann in Rotwein mit gehacktem Knoblauch darin über Nacht im Kühlschrank ein. 

SCHRITT 2: DIE GEWÜRZMISCHUNG
Wir werden selbst noch viel experimentieren. Für den Anfang haben wir uns für eine einfache Gewürzmischung entschieden. Hierfür gebt ihr die Wacholderbeeren, die Fenchelsamen, den Cayennepfeffer, den Staubzucker und 2 EL der Pfefferkörner in einen Mörser und stampft alles zu einem homogenen Pulver. Am Schluss noch das Nitrit-Pökelsalz untermischen. Das bekommt ihr übrigens auch beim Fleischer.

SCHRITT 3: DAS FLEISCH
Kommen wir zum coolen Teil!
Das Schweinefleisch und den Schweinebauch in grobe Würfel schneiden (ca. 3 x 3 cm).  Alles zusammen auf den Aufsatz des Fleischwolfs geben und mit dem groben Aufsatz einmal durch den Fleischwolf jagen, sodass wir eine gute Mischung aus Schweinehackfleisch bekommen. Hierbei darauf achten, dass ihr immer abwechselnd etwas Fleisch und Bauchfleich durchdreht, sodass es sich direkt beim Zerkleinern vermischt.
Zum gewolften Fleisch nun unsere Gewürzmischung sowie die ganzen Pfefferkörner dazugeben und alles sehr gut miteinander vermengen.

SCHRITT 4: DAS BEFÜLLEN
Nun können wir schon mit dem Befüllen starten. Hierfür den Darm aus dem Rotwein nehmen und auf den Befüller-Aufsatz des Fleischwolfes aufziehen. Das kann, wie vorhin bereits erwähnt, einige Minuten und etwas Geduld beanspruchen.
Den Aufsatz inkl. Darm an den Fleischwolf montieren (hierbei wird, laut Anleitung des Geräts, das Messer des Fleischwolfs durch ein Plastik-Blindstück ersetzt) und das ganze gewürzte Hackfleisch oben auf den Aufsatz geben.
Das Befüllen kann man übrigens unserer Meinung nach nur zu zweit machen. Bene hat sich das Ende des Darms genommen, 2 cm vom Befüller abgewickelt, aber keinen Konten hinein gemacht. Warum? Nun, am Anfang kommt noch viel Luft mit und die wollen wir ja nicht in unserer Salami haben, oder?

Nun stellt der eine den Fleischwolf an und achtet darauf, das Hackfleisch möglichst gleichmäßig nach unten in den Wolf zu drücken. Der andere hält den Darm fest und dreht diesen alle 15 cm einmal um seine Achse, sodass kleine Würste entstehen. Hier sollte man nicht stoppen, sondern das ganze Fleisch auf einmal verwerten. Geht aber schneller, als man denkt!

SCHRITT 5: DAS VORTROCKNEN

Wenn alles befüllt ist, den Fleischwolf abschalten und den Darm am Schluss abschneiden. Nun mit einem Bratenfaden am einen Ende einen festen Knoten machen, den Faden entlang der ersten Wurst ziehen und zwischen den Würsten wieder einen Knoten machen. Dies solange wiederholen, bis alle Würste an einer langen Kette hängen.
Mit einer Nähnadel oder Zahnstocher nun in die Würste mehrfach einstechen, sodass überschüssige Luft entweichen kann. Dabei etwas Kneten.
Die Würste die ersten 3 Tage im beheizten Raum aufhängen. Bei uns hing sie an den Mikroständern von Bene im Wohnzimmer .

SCHRITT 6: DAS REIFEN

Nach den ersten drei Tagen sollte man die Salamis an einen kühlen, belüfteten Ort hängen. Ha! Da kommt uns doch unsere Altbauwohnung zugute. Wir haben sie nämlich einfach zwischen unsere Doppelfenster gehängt. Nach ca. 3 Wochen ist die Salami zwar noch sehr weich, kann aber schon verzehrt werden. Je länger ihr sie hängen lasst, desto härter wird sie. Generell würden wir sie aber spätestens nach 3 Monaten verzehren, und nicht länger aufbewahren. Hier fehlt uns jedoch die „Langzeitstudie“ – wir werden euch berichten.

Das in diesem Artikel vorgestellte Produkt wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt. (Sponsored Post).

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