Auf der Alm

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Die Hochsteiermark ist ja nun weniger (ok, eigentlich gar nicht) für den Weinbau bekannt, wie man ihn z.B. in der Südsteiermark findet. Nein, hier kommt man her, wenn man bei z.B. einer tollen Wanderung in der Natur ausspannen möchte.

Und für einen Aufstieg auf die Schneealm wird man gleich doppelt belohnt. Nicht nur eine grandiose Aussicht, sondern auch fantastischer Käse wartet auf einen, wenn man dort oben auf der Lurgbauerhütte ankommt.
Das Wort „Hütte“ wird dem eben erst frisch renovierten Almhaus jedoch nicht ganz gerecht.
Der Aufstieg dauert nicht lange – drei Stunden von ganz unten, eine Stunde, wenn man mit dem Auto bis zum obersten Parkplatz hinauf fährt. Doch wenn man dann da oben sitzt, ein Gläschen Wein und ein bisserl Käse vor sich am Tisch hat, ja dann kann man verstehen, warum viele hier trotzdem übernachten. Fantastisch!

Um die Alm herum grasen die hauseigenen 14 Kühe, welche mit ihrer Milch dafür sorgen, dass die Käsequelle nie versiegt. Denn der Almwirt Martin Bayer holt sich jedes Jahr auf’s Neue eine Sennerin (oder einen Senner) zu sich hoch, welche mit Unterstützung von 2 Praktikanten aus der Milch wunderbaren Käse macht.
So werden in der Alm-eigenen Käserei pro Jahr ca. 3.500Kg Käse produziert: Bergkäse, Schnittkäse, Frischkäse, aber auch Topfen, Butter und Joghurt. Alles Bio versteht sich.
Aus Tradition haben die Besitzer vor mehr als 30 Jahren und mit 3 Kühen gestartet, heute verkaufen sie den Käse ausschließlich direkt auf ihrer Alm an ihre Gäste.
Das Ziel ist klar: der Landwirt sollte von seinen Produkten leben können – heutzutage leider schwerer denn je.

Die Käse sind großartig und rechtfertigen allein schon den Aufstieg. Allerdings steht die Sennerin auch jeden Tag um 4 Uhr früh auf, um die Kühe zu melken. Puh, das wäre eher nichts für uns Langschläfer!
Da das Bio-Zertifikat im Sommer eine ausschließliche Weidehaltung vorgibt, werden sie jeden Tag zwei mal zum Melken in den Stall getrieben und anschließend wieder auf die Weide gelassen.
Übrigens eine Vorschrift, welche vielleicht nicht ganz so gut durchdacht ist. Denn nur wenn ein Gewitter – nicht unwahrscheinlich dort oben auf der Alm … so gut wie schon ausgebrochen ist und sozusagen „akute Gefahr“ für die Tiere besteht, erst dann darf man sie von der Weide holen. Eine Tatsache, welche dem Almwirt Martin vor einigen Jahren acht Kühe gekostet hat, welche nicht rechtzeitig in den Stall getrieben werden konnten und so leider durch einen Blitz erschlagen wurden. Aber wie so oft, werden Normen und Regeln gemacht, ohne sich mit allen Konsequenzen zu beschäftigen.

Nun gut – Kommen wir zurück zu unserer Sennerin.
Die hat mittlerweile die Kühe in den Stall bekommen und auch bereits gemolken. Die Milch wird direkt in die Molkerei gepumpt, sehr praktisch und vor allem auch notwendig, angesichts der strengen Hygienestandards, welche für Molkereien herrschen.
Die Kühe kommen wider auf die Weide und bevor es im Anschluss in die Käserei geht, gönnen sich alle noch ein stärkendes Frühstück. Abends wird übrigens nochmals gemolken. Auf der Lurgbauerhütte, dem einzigen Bio-Milchbetrieb im Mürztal, wird übrigens nur fertig gereifter Käse verkauft. Und Buttermilch. Beste, nach Almkräutern duftende, frische Buttermilch!
Ach ja, aber wie entsteht eigentlich Buttermilch?

Hierfür nimmt man die Milch, welche abends gemolken wird. Diese wird über Nacht auf 4 Grad heruntergekühlt, sodass sie rahmt. In der Früh wird dann mit Hilfe einer Art Kelle abgerahmt. Hinzu kommen Milchsäurekulturen, welche 1 1/2 Tage einwirken. Anschließend kommt der Rahm in eine Zentrifuge, in welcher sich die Butter von der Milch trennt. Der ganze Prozess läuft bei maximal 12°C ab.
Sowohl die Butter als auch die Buttermilch waren von einer Qualität, wie wir sie lange nicht gekostet haben. Fantastisch!

Übrigens darf diese Buttermilch unpasteurisiert verkauft werden, da sie gesäuert wurde. Rohmilch dahingegen darf man nicht verkaufen, nicht einmal direkt auf der Alm und zum sofortigen Verzehr. Das sagt das EU-Recht und droht mit hohen Strafen. Schade.

Und wem wir diesen guten Käse zu verdanken haben? Nun, das sind Dora, Nina, Bine, Clara, Susi, Emma, Rosa, Julia, Senta, Asta, Alma, Sissi, Blasius (trotz männlichem Namen eine Dame) und Gabi.

DIE LURGBAUERHÜTTE

Familie Bayer
Tel: 0676 633 54 56
sennerei@lurgikas.at
www.lurgikas.at

Auch an dieser Stelle möchten wir es dennoch nicht versäumen, uns bei dem Tourismusverband Hochsteiermark, der Autovermietung OPEN UP (Oh, das VW Beetle Cabrio war extrem cool) und der Agentur Gassner & Hluma communications zu bedanken.

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